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Tag 4, Tschernobyl

September 25, 2013

Tag 4, 16.7, Kiew/Tschernobyl

Zeit für das erste Abenteuer: Auf Zombiejagd in Tschernobyl.

Es war ein sehr skurriler aber gleichzeitig überaus interessanter Ausflug, obwohl ich den Preis mit 130€ doch etwas überteuert fand (A. hatte ein Angebot über 80€ gefunden). Außerdem waren einige Dinge offensichtlich für Tourifotos arrangiert, wie z.B. Puppen, Schulbücher und -bänke oder Möbel.

Auch mussten wir Atemmasken tragen – ob nun gegen radioaktiven Staub oder Asbestpartikel; vielleicht gegen beides. Allerdings waren es nur die einfachen Baumarktmasken.

Jedenfalls war es schon ein komisches Gefühl auf dem Dach eines Plattenbaus zu stehen und über Pripyat, die Stadt, die einst 50 000 Einwohner zählte, zu schauen. Nun ist sie wieder von der Natur zurückerobert.

Wir gingen in “berühmte Sehenswürdigkeite” wie das Schwimmbad, den Vergnügungspark oder ein Hotel und eine Schule bevor wir uns dem Unglücks-Reaktor Nummer Vier näherten, um die obligatorischen Fotos zu schießen und die höchsten Strahlungswerte des Ausflugs zu messen (um die 3,6µSv/Stunde – der Normalwert einer unbedenklichen Belastung beträgt 0,1µSv/Stunde).

Um 8.30 wurden wir in Kiew abgeholt und fuhren mit dem Bus nordwärts nach Tschernobyl. Man hätte sich einen reißerischen Film über Tschernobyl auf dem Bordfernseher oder die vorbeiziehende bäuerliche ukrainische Landschaft anschauen können. Ich tat letzteres. Am Checkpoint der 30km Zone mussten wir aussteigen und ein paar Minuten warten, bis die “Formalitäten” geklärt waren. Danach wurden wir zu den Hauptsehenswürdigkeiten kutschiert, um Fotos zu schießen (das Denkmal der verstorbenen Feuerwehrmänner, ein Kindergarten, eine Schule, …siehe oben). Unser Führer machte seinen Job wirklich gut.

Zur Mittagszeit um 13Uhr fuhren wir in die Kantine der Wissenschaftler und Arbeiter und aßen zu Mittag. Mit einem Augenzwinkern wurde uns versichert, dass das Essen selbstverständlich von Außerhalb stammt. Wahrscheinlich hätte aber niemand Qualitätsunterschiede feststellen können, da das Essen doch sehr künstlich aussah und auch nicht besonders gut schmeckte.

Nach dem Mittagessen wurde uns erlaubt auf das Dach eines alten Plattenbaus zu gehen und bevor es wieder nach Kiew ging, schauten wir beim zerstörten Reaktor Nr. 4 und dem neuen, sich damals in Arbeit befindlichen, neuen Sarkophag vorbei.

Heutzutage leben in der 30km Sicherheitszone wieder Menschen, wohingegen in der 10km Zone nur Wissenschaftler und Arbeiter des neuen Sarkophags zeitweise beschäftigt sind. Zombies habe ich keine Gesehen.

Wieso wollte ich eigentlich nach Tschernobyl? Nun, ich war schon lange von Tschernobyl und Pripyat und nachdem ich das Bildungsspiel Call of Duty 4 (Der Zoll Ruft) spielte und in Zeitungen las, dass Besuche möglich seien, landete Tschernobyl auf meiner “Auf-jeden-Fall-besuchen-Liste”.

<Zurück zu Kiew ### Zurück zu den “Verlassenen Orten”

<Zurück zu Kiew ### Zurück zu den “Verlassenen Orten”

From → tschernobyl, ukraine

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